Update Vergabe 05.07.2022

Vergabenachprüfungsindex 2021

Auch dieses Jahr haben wir die statistische Wahrscheinlichkeit der Anfechtung Ausschreibungen ausgewertet. Die Datenlage zeigt auch die Erfolgsaussichten gerichtlicher Anfechtungen und wie sich die Anfechtungsfreudigkeit im Vergleich zum Vorjahr verhält.
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Novelty
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Rechtlicher Kontext

Bereits im Vorjahr haben wir uns die relevanten Kennzahlen zum Vergaberechtsschutz in Österreich genauer angesehen (hier geht es zum Vergabenachprüfungsindex 2020). Die Daten aus dem Jahr 2021 lassen Änderungen erkennen. Die wesentlichen Erkenntnisse:

Die Zahlen

Im Jahr 2021 gab es österreichweit 343 Nachprüfungsverfahren, wovon 230 auf den Bund und 113 auf die Bündesländer entfielen.

Insgesamt stieg die Zahl der Nachprüfungsverfahren somit leicht an: Im Jahr 2019 wurden 332 und im Jahr 2020 312 Verfahren eingeleitet. Vor allem auf Bundesebene erhöhte sich die Anzahl der Nachprüfungsverfahren merklich: Im Vergleich zum Jahr 2019 (200) beträgt die Steigerung rund 13 % und im Vergleich zum Jahr 2020 sogar ca 17 %. Auf Landesebene ist die Zahl der Anfechtungen leicht gesunken.

Sachverhalt

Ausgehend von den verfügbaren Daten zur Anzahl an Ausschreibungen und zur Anzahl an Anfechtungen haben wir für Sie den Vergabenachprüfungsindex 2021 errechnet. Dieser beträgt für 2021 1,81. Das bedeutet, dass statistisch gesehen in 1,81 % aller Vergabeverfahren eine Anfechtung vor den Verwaltungsgerichten erfolgt.

Im Vergleich zum Vorjahr (1,87) ist der Verabenachprüfungsindex damit nahezu gleich geblieben.

Entscheidungsinhalt

2021 haben nur 21,7 % der Nachprüfungsverfahren mit einer Stattgabe geendet:

Bereinigt man diese Statistik um jene Fälle, in denen der/die Bieter:in den Nachprüfungsan-trag zurückgezogen hat oder das Nachprüfungsverfahren aus anderen Gründen eingestellt wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit der Stattgabe noch auf ca 29 %.

 

Ergebnis/Fazit

Natürlich hängt die tatsächlich Anfechtungswahrscheinlichkeit im Einzelfall von unterschiedli-chen Faktoren ab. Nachdem wir teilweise nur eingeschränkte Daten erhalten haben, ist – wie bei den meisten Statistiken – eine gewisse Ungenauigkeit vorhanden. Wir hoffen trotzdem, dass Ihnen die Aufbereitung auch dieses Jahr wieder spannende Einblicke in die Vergaben-achprüfungswelt gibt.

Karlheinz Moick / Dominik Feldmann

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